Einleitung
Gleich zu Beginn des
Buches werden häufig
verwendete Begriffe des
Web Analytics erläutert
(Web Analytics, Page
Impressions, Visitor,
Entry/Landingpages, etc).
Kapitel
1 Acht Punkte zum
produktiven Einsatz von
Web Analytics
Web Analytics hilft dabei
die Webseite zu
verbessern. Damit man
eine Verbesserung messen
kann, müssen Ziele
definiert werden. Und um
ein Ziel zu definieren,
muss man wissen, was für
das Unternehmen
erfolgsentscheidend ist.
Den Grad der
Zielerreichung misst man
am besten mit Kennzahlen.
Eine Kennzahl ist
beispielsweise der Return
on Investment (ROI), d.h.
wie stehen überhaupt
Aufwand und Nutzen im
Verhältnis? Sich
Mittelwerte über alle
Nutzer anzusehen bringt
wenig: sinnvoller ist es,
Segmente zu bilden und
die Besucher nach
ähnlichen Gruppen zu
analysieren und nicht
alles zu vermischen.
Statt hin und her zu
philosophieren, was denn
nun am besten ist, kann
man es auch einfach mit
einem A/B Test
ausprobieren und erhält
eine statistisch
abgesicherte Antwort in
realer Nutzungssituation.
Wissen allein ändert die
Webseite noch nicht. Das
vorhandene Wissen muss in
Abgleich zu den Zielen
der Website in Handlungen
umgesetzt werden. Ein
laufendes Beobachten und
Optimieren der Website
hilft dabei mehr als eine
einmalige
Hau-Ruck-Aktion. Der
Unterschied zwischen
Mittel und Zweck wird
anhand eines Hammers
erklärt. Was nützt ein
ergonomischer und
schöner Hammer, wenn man
damit keinen Nagel in die
Wand bekommt. Wichtig ist
immer den Focus auf den
Zweck zu richten und zu
kontrollieren, ob durch
die Verbesserung des
Designs und der Usability
die Nutzer auch wirklich
besser zum Ziel kommen.
Kapitel
2 Kennzahlen
gemacht, um zu
handeln
Eine Kennzahl, auch KPI
(Key Performance
Indikator), ist eine
Verdichtung von Daten,
die anzeigt, ob etwas
geschäftsrelevantes auf
der Website gut oder
schlecht läuft. Alles,
was geschäftsrelevant
ist, sollte als Kennzahl
abgebildet werden. Eine
Kennzahl ist mit klaren
Verantwortlichkeiten und
Handlungsoptionen
verknüpft, d.h. wenn
eine Zahl gut ist, gibt
es Lob, wenn eine Zahl
schlecht ist, dann muss
es eine Person geben, die
etwas verändert, damit
es besser wird. Damit man
weiß, was gut und
schlecht ist, braucht man
Vorgaben bzw. Ziele. So
kann die Steigerung der
Kennzahl zum Vormonat ein
Ziel sein. Da es bei der
Website sehr viele
unterschiedliche Ziele
gibt, hilft es, diese mit
einem Geldwert zu
beziffern. Beispielsweise
werden über eine
Webseite im Monat 10
Kontakte generiert, die
insgesamt 10.000 Euro
Umsatz brachten, dann ist
ein einzelner Kontakt
1.000 Euro wert. Von
1.000 Besuchern wird
einer zum Kontakt, damit
ist jeder gezählte
Besucher 1 Euro wert. Das
Gute an dieser
Monetarisierung
ist, dass man im Web
Analytics System beim
Browser-Overlay für
einzelne
Navigationspunkte sieht,
wie viel Beitrag zur
Wertschöpfung einzelne
Bereiche geben. Ein
Ampelstatus kann zudem
bei den Kennzahlen
deutlich machen, wenn es
etwas zu tun gibt.
Es werden Kennzahlen nach
Website-Typ vorgestellt
(Online-Shop,
Content-Site, B2B-Site,
Support-Site). Zudem gibt
es eine hierarchische
Gliederung, die mit dem
Return-on-Investment
(ROI) beginnt und sich
dann in die strategische
und operative Ebene
runter bricht. Zu den
Kennzahlen gehören
beispielsweise das
Verhältnis von neuen und
wiederkehrenden
Besuchern,
Conversionrates, das
Bestellvolumen, die
Anzahl an Bestellungen,
die Kosten pro
Bestellung, die
Besuchshäufigkeit und
die Intensität der
Besuche und Weitere. KPIs
können auch nach
Funktionen unterteilt
werden. So interessiert
bei der Startseite und
den Landingpages die
Bounce-Rate. Bei
Infoseiten interessiert
wie hoch der Anteil zur
nächsten Aktion ist. In
Bestell- und
Registrierungsprozessen
die Conversionrate, das
Bestellvolumen und die
Anzahl an Käufen pro
Bestellung. Des Weiteren
werden KPIs für SEM,
Newsletter und
Werbebanner dargestellt.
Zum Ende des Kapitels
geht es um das Reporting
über Excel oder
Dashboards.
Kapitel
3 Segmentierung
Segmentierung bedeutet
die Besucher auf der
Webseite durch Filter in
unterschiedliche Gruppen
aufzuteilen, um diese
besser zu verstehen und
gezielter auf Ihre
Bedürfnisse zu
reagieren. Frank Reese
unterscheidet drei
Gruppen: (1) Diejenigen,
die irrtümlich auf der
Webseite waren und nie
zufrieden gestellt werden
können, (2) Diejenigen,
die ganz gezielt auf die
Webseite gekommen sind
und alles finden, was sie
suchen und (3)
Diejenigen, die mehr oder
weniger bewusst auf die
Webseite gekommen sind,
aber irgendwie nicht
finden können, was sie
suchen. Neben den Nutzern
der Webseite können
ebenso die Inhalte der
Webseite gruppiert
werden. Woher kommen die
Nutzer? Für welche
Inhalte interessieren sie
sich? Welche Keywords
nutzen Sie? Das alles
kann durch eine
Segmentierung
treffsicherer beantwortet
werden. Mögliche
Segmente sind:
Traffic-Quellen
(Direkteinstieg vs.
Suchmaschinen),
Besuchertreue (Neue
Besucher vs.
Wiederkehrer), Nutzer
nach inhaltlichen
Interessen (Betreten
bestimmte
Webseitenbereiche oder
kommen über
Preisvergleichsseiten
oder geben bestimmte
Suchbegriffe in der
internen und externen
Suche ein).
Kapitel
4 Optimierung
Wenn die Startseite, ein
Bestellprozess oder eine
Landingpage verbessert
werden soll, dann muss
diese ganze Optimierung
im
Kosten/Nutzen-Verhältnis
stehen, d.h. bis wann ist
mit gegebenen Budget ein
bestimmter Mehrwert
erreicht... und wer
trägt dafür die
Verantwortung?
Um eine
Webseite zu Optimieren
gibt es mehrere Wege:
Pfadanalysen zeigen
auf, wie sich die Nutzer
bewegen. Das die Wege
sehr unterschiedlich
sind, lohnt es, die
Bewegungsdaten zu
Inhaltsgruppen zu
verdichten.
Beispielsweise bedeutet
das für eine Newsseite,
sich nicht auf
Artikelebene zu bewegen,
sondern nach
Themenbereichen
(Aktuelles, Wirtschaft,
Sport). Zu der
Gesamtübersicht kann man
sich auch einzelne
Knotenpunkte ansehen,
d.h. von wo sind die
Besucher dort
eingestiegen und wo gehen
sie anschließend hin?
Dies kann zur Optimierung
einzelner Produktseiten
genutzt werden, d.h.
werden die Besucher zum
Kauf gelenkt oder eher
abgelenkt?
Beim Browser-Overlay
bewegt man sich auf Ebene
einzelner Webseiten und
bekommt visualisiert, wo
als nächstes die meisten
Klicks hingingen. Man
erhält dadurch einen
anschaulichen Blick über
das Nutzungsverhalten.
Geeignet ist der
Browseroverlay für die
Optimierung der
Startseite oder von
Landingpages.
Der Konversionpfad
(Funnel) beinhalten
Punkte von A nach Z, die
ein Besucher durchlaufen
muss, um ans Ziel zu
kommen (z.B. ein
Bestellprozess oder eine
Registrierung).
Ausgezählt wird, wie
viele Besucher man von
Schritt zu Schritt
verliert. Ziel ist es,
möglichst viele von A
nach Z zu bekommen.
Anstelle von Einzelseiten
können auch inhaltlich
passende ganze
Seitenbereiche
zusammengefasst werden.
Die Traffic-Bewegungen
werden mit einer
Glas-Analogie dargestellt
(nach Jim Sterne). Wie
ein Martini-Glas sieht
der Traffic aus, wenn man
viel Aufmerksamkeit
bekommen hat, aber viele
Besucher direkt wieder
abspringen. Wie ein
Champagner-Glas sieht es
aus, wenn die Besucher
ins Angebot einsteigen,
dann aber nach ersten
Informationen dann wieder
abbrechen. Wie ein
Weinglas sieht es aus,
wenn die Besucher bis
kurz vor Kaufabschluss
weitermachen und sich
dann zurückziehen. Die
Shooter-Situation ist die
beste, da läuft alles
glatt. Anhand dieser
Metapher lässt sich dann
feststellen, wo man am
besten optimiert: Bei der
Zielgruppen-Ansprache auf
der Landingpage? Bei der
Argumentation während
des Verkaufprozesses?
Frank Reese führt noch
die ROI-Situation hinzu,
bei der man das
Kosten-Nutzen-Verhältnis
nicht außer acht lassen
soll.
Bei einem A/B-Test
werden zwei
nahezu identische
Webseiten gezeigt, um
herauszufinden, welche
besser ankommt. Nahezu
identisch bedeutet, dass
sich genau ein Merkmal in
beiden unterscheidet. Das
kann beispielsweise ein
Bild oder ein Text sein.
Der Test läuft dann live
auf der Webseite und die
eine Hälfte der Besucher
bekommt Variante A und
die andere Hälfte
bekommt Variante B.
Möchte man mehrere
Merkmale variieren, dann
braucht man einen Multivariaten
Test. Diese
Tests eignen sich gut
für die Optimierung
einzelner Seiten
(Startseite,
Landingpages).
Wird in
einer Analyse das
Verhältnis zwischen Suchbegriff
und die
Conversion gemessen, dann
sagt dies etwas über die
Qualität des Traffics
aus. Keywords können zu
inhaltsnahen Gruppen
zusammengefasst werden
und die Güte dieser
Gruppe ist messbar. Wenig
erfolgreiche Gruppen
werden dann nicht
weitergeführt und der
Einkauf von Suchworten
wird damit optimiert. Der
Erfolg von Newsletter
und E-Mail-Kampagnen
ist ebenso
messbar (Öffnungsrate,
Clickrate,
Conversionrate).
Analysen von
Mausbewegungen,
Heatmaps,
Befragungen und
Usability-Tests sind
weitere Hilfsmittel zur
Optimierung der Website.
Kapitel 5
Technische Grundlagen und
Datenschutz
Im diesem Kapitel werden
Begriffe und Techniken
erläutert: Page
Impressions, Visits,
Visitor. Logfile-Analysen
vs. Pixel-Tracking,
Cookies (Sessioncookies
vs. Bleibende Cookies,
1st-Party vs. 3rd-Party).
Auch geht Frank Reese auf
Messungenauigkeiten ein,
die durch die Löschung
von Cookies entstehen
können. Am Ende des
Kapitels wird auf
Datenschutzbestimmungen
eingegangen.
Kapitel 6
Einführung eines Systems
Frank Reese fasst in
einem sehr schönen Satz
die Wichtigkeit des
Web-Analysten zusammen:
Die Analysen leben
unbedingt davon, dass
sich jemand Gedanken um
die richtigen Reports
macht, dass sich jemand
mit Segmentierung,
Kennzahlen,
Konversionpfaden
beschäftigt, dass jemand
alle anderen dabei
unterstützt, die
Analysen zu nutzen. Dass
im Unternehmen jemand
ist, der sich mit dem
System auskennt, der
andere von der
Nützlichkeit überzeugt
und die Botschaft von
Analyse, Kennzahlen und
A/B-Tests
verbreitet.
Die Auswahl des Tools ist
sekundär und primär ist
ein Analyst zu
beschaffen, sowie die
Anforderungen an ein Tool
der Mitarbeiten
einzuholen. Das ganze
Projekt braucht zudem
Unterstützung vom
Management. Sinnvoll ist
ein Workshop, bei dem die
allgemeinen
Möglichkeiten und
Bedingungen von
Web-Analytics erläutert
werden. Hat man dann die
Anforderungen
zusammengetragen, dann
hilft das IOTA-Modell bei
der Tool-Auswahl weiter
(IOTA = Ideal Observer
Tool Assessment). IOTA
ist auch die Grundlage
des Einkaufsführers Web
Analytics.
Erst einmal stellt sich
die Frage nach dem zur
Verfügung stehenden
Budget (Tool: Einsteiger,
Business, Enterprise).
Dann hat man Fragen zum
Unternehmen (Standort,
Unternehmensgröße,
Supportleistungen,
Referenzen). Beim Tool
sind die einzelnen
Funktionen und die
Benutzerfreundlichkeit
wichtig. Für einen
individuellen Umgang ist
die Flexibilität
wichtig, d.h. in wieweit
man das Tool an eigene
Anforderungen noch
anpassen kann. Spezielle
Branchen haben spezielle
Anforderungen, was das
Tracken von z.B.
Multimedia-Inhalten
nötig macht... oder auch
spezielle
Marketing-Möglichkeiten
(Bid Management,
Behavioral Targeting).
Was die Datensicherheit
angeht gibt es auch
Unterschiede. Bei einer
Inhouse-Lösung bleiben
die Daten auf den eigenen
Servern gespeichert.
Nachdem man es dann auf
wenige Anbieter reduziert
hat, wird eine Short-List
formuliert und die
Anbieter zur
persönlichen
Präsentation eingeladen.
Im letzten Schritt kommt
der Proof of
Concept, bei dem
das System implementiert
und ausprobiert wird.
Dann werden
noch kurz 7 Tools
vorgestellt: etracker,
Google Analytics,
Yahoo-Analytics (ehemals
Index-Tools), Nedstat,
Omniture (Site Catalyst),
Webtrekk, WebTrends
Am Ende des
Kapitels wird aufgezeigt,
wie es dann weiter geht:
Es müssen Kennzahlen
festgelegt werden. Dann
einigt man sich auf
Dashboards und Reports.
Und zum Schluss sollte
man noch regelmäßige
Besprechungen einrichten.
Kapitel
7 Ausblick
Schaut man sich Web
Analytics in einigen
Jahren an, dann zeichnen
sich folgende Trends ab:
Daten von Web Analytics
werden mit Daten aus
anderen Quellen (z.B.
Marketing,
Kundenbestandsdaten)
verknüpft. Web Analytics
und Business Intelligence
werden einander in
irgendeiner Art und Weise
beeinflussen. Business
Intelligence hat
ausgereifte statistische
Verfahren, um aus
Datenmassen
Zusammenhänge zu
analysieren. Web
Analytics erlaubt einen
schnellen und
benutzerfreundlichen
Umgang Daten. Ein
weiterer Zukunftsblick
sagt, dass es ein neues
Berufsfeld, den Web
Analysten, geben wird.
Und, dass Behavioral
Targetting und
Personalisierung, sowie
Bid Management die Web
Analyse in Zukunft
beschäftigen werden.
Kapitel
8 Weiterführende
Quellen
Im letzten Kapitel gibt
es noch Buchempfehlungen,
sowie Hinweise auf
Internetquellen,
Konferenzen und
Veranstaltungen.
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