Im
Jahr 2002 hat Jim
Sterne die jährlich
stattfindende
internationale emetric-Messe
ins Leben gerufen. 2003
hat Jim Sterne mit Bryan
Eisenberg und Andrew
Edwards die Web
Analytics Association
(WAA) gegründet.
Gut
finde ich den Schreibstil
von Jim Sterne. Auf der
Web Analytics
Veranstaltung eMetrics in
München sagte er in
einem Vortrag Als
Web Analyst muss man
Geschichten erzählen..
Und genau das ist es, was
mir gut an dem Buch
gefällt. Er erzählt von
eigenen Erfahrungen oder
hat beispielsweise
Originalzitate und
Interviews drin.
Interessant waren auch
die vorgestellten Tools
und überhaupt der Aufbau
vom Buch. Erstmal wissen,
was man will. Dann die
Psychologie
berücksichtigen: Etwas
wahrnehmen, ein Gefühl
dazu empfinden und
daraufhin handeln. Dann
wieder der Bogen zum
Unternehmenszweck. Die
Aktion messen und die
Messbarkeit durch Dialog
und Zusammenarbeit mit
Kollegen im Unternehmen
in die Unternehmenskultur
integrieren.
270
Seiten
Zusammenfassung
Einleitung
Die Grundregeln
verstehen
Das Buch
wendet sich an
Unternehmen, die eine Methode
brauchen, um Ihre Bemühungen
in Social Media
Aktivitäten messbar
zu machen
und Budgetanforderungen
rechtfertigen
können. Also Beweise,
dass Social Media wirkt
bzw. mit gegebenen
Mitteln besser wirkt als
andere Marketingkanäle.
Social Media ist eine
wesentliche Komponente
des Marketing Mixes. Zu
Social Media gehören
Soziale Netzwerke
(Facebook, Xing,
MySpace), Foren, Blogs,
Microblogs (Twitter),
Bookmarkingdienste (Digg,
Delicious, MrWong),
Produktbewertungen auf
Onlineshops und
Bewertungsportalen und
Mediasharings (YouTube,
Flickr). Das Word-of-Mouth
hat eine hohe Wirkung
beim Einfluss auf die
Kaufentscheidung. Jim
Stern zitiert kurz eine
Studie, wo 100 Methoden
vorgestellt werden, um
Social Media zu messen
(Buzz, Follower, Likes,
Abonnements, Social
Bookmarks, etc )
und legt einem
dann Nahe, dass man erst
die Ziele des
Unternehmens
definieren/kennen muss
und dann entsprechend
solche Metriken anwenden.
Kapitel
1 Den Focus
finden: Ziele
identifizieren
Die drei
großen Ziele eines jeden
Unternehmens sind Umsatzsteigerung,
Kostensenkung und
eine hohe Kundenzufriedenheit.
Vorausgesetzt man erkennt
in Analysedaten Muster
des menschlichen
Verhaltens, dann sollen
Daten (Data-Mining,
Data Warehouse) dabei
helfen die Vergangenheit
zu beschreiben,
die Gegenwart
zu erklären
und die Zukunft
vorherzusagen.
Beispielsweise sind mit
der erhobenen
Zufriedenheitsbefragung,
dem American Customer
Satisfaction Index
(ACSI), sind
Zusammenhänge zum
Ausgabeverhalten und
Aktienkursen nachweisbar.
Marketing zu optimieren
ist eine Riesenaufgabe,
deren einzelne Schritte
in Angriff genommen
werden sollten: Sorgen
Sie für Aufmerksamkeit
und bringen Sie Menschen
dazu, sie zu mögen.
Regen Sie Interaktionen
an und überzeugen Sie
Menschen zu kaufen. Aber
nichts davon spielt eine
Rolle, wenn man keine
Ziele hat.
Kapitel
2 Aufmerksamkeit
erregen: Die eigene
Zielgruppe erreichen
In diesem
Kapitel wird über Social
Networking (Facebook,
LinkedInd, Xing,
MySpace), Blogs, YouTube
und Twitter
gesprochen. Reichweite
bedeutet, wie viel
Menschen man erreicht.
Messbar ist dies bei
einer direkten
Verknüpfung eines Blogs
durch Web Analytics Daten
oder dem Auszählen von
RSS-Feed-Abonnenten
(Wobei Jim Stern eine
Mischform-Metrik, die
Blog-Readership
vorschlägt). Bei Twitter
sind die Anzahl der
Follower und Retweets
wichtig. Eindrucksvoll
ist ein Praxisbeispiel
von Adam Greco,
der über eine Twitter-API-Schnittstelle
stündlich Twitterdaten
nach Schlagworten zieht
und bei besonderen
Ausschlägen automatisch
per eMail benachrichtigt
wird. Für tiefere
Analysen werden die Daten
weiter gespeichert, so,
dass auch langfristige
Trends erkennbar werden. Das
Ziel: Twitter-Peaks in
Zusammenhang mit Peaks
beim Ausfüllen von
Formularen auf
der Website in
Zusammenhang zu bringen
und damit einen Beweis
für die Social Media
Wirkung zu
haben.
Der
Social-Media-Einfluss ist
messbar durch: die Größe
des Publikums,
den Grad der
Vernetztheit und
die Kraft der
Stimme. Es macht
ein Unterschied, ob
jemand sich einmal als
Blogleser registriert hat
(liest diese Person
auch?) oder jemand so
begeistert ist, dass er
sich als Fan
bezeichnet oder etwas
weitergibt (retweetet).
Die Kernfragen sind
Welche Art von
Gesprächen maximieren
den Umsatz? und
Wer hat den
stärksten Einfluss?.
Man unterscheidet
zwischen Key
Influencer (Die
besten themenspezifischen
Blogger), Social
Influencer (Alltagsmenschen,
die z.B. bei
Produktmeinungen Ihre
Erfahrung teilen) und Peer
Influencer (Familie,
enger Freundes / und
Bekanntenkreis). Damit
etwas retweetet wird,
muss es schon lustig,
interessant oder
nützlich sein.
Es werden verschiedene
Tools vorgestellt, mit
denen man den
Twitter-Einfluss messen
kann. So zeigt Jim Stern
in einem Praxisbeispiel
(wefollow.com, hashtag
#wa), wer die
einflussreichsten
Web-Analytics-Twitterer
sind. Wenn er die Top 10
ihn dabei helfen würden,
die Info zur Web
Analytics Messe
weiterzugeben, dann wäre
das eine große Wirkung. Eric
T. Peterson ist
mit dem Tool Twitalizer
einer der ersten gewesen,
die die offene Twitter-Schnittstelle
(API) genutzt
haben, um mit diesen
weitere Berechnungen zu
machen.
Er beschreibt die
Metriken Signal-to-Noise
(relevante Einträge die
ein @, eine url, ein
hashtag oder ein retweet
beinhalten >> also
nichts über: Meine Katze
kann und hat
gerade gemacht), Genorosity
(erzählt man nur über
sich oder trägt auch
dazu bei andere gute
Quellen zu teilen?), Velocity
(Tweetfrequenz),
Clout
(Wie oft wird man selbst
retweetet?) und die
Overall Influence (Mix
aller Werte). Interessant
für Blogs ist die Technorati
Authoritiy (Anzal
an Blogs, die in den
letzten 6 Monaten einen
Link zum untersuchten
Blog hatten).
Kapitel
4 Emotionen
wahrnehmen: Die Stimmung
erkennen
Menschen
glauben Gleichgesinnten
(oder Anderen) mehr als
Werbetreibende
(Marktschreier).
Mit automatisierten
Tools möchte
man die Stimmung
auffangen. Die heutige
Stimmungsanalyse basiert
auf großen Listen
mit Stimmungswörtern,
die etwas Positives oder
Negatives ausdrücken.
Dieser Ansatz ist
brauchbar, wenn man
unheimlich umfangreiche
Dokumente analysiert.
Für Twitter-Analysen
(Ein 140 Zeichen -
Korsett) erweisen
sich diese Methoden aber
als nicht ausreichend, um
einen Kommentar gut als
Positiv oder Negativ
einzuschätzen. Jim Stern
stellt eine Fallstudie
vor, bei der man getrennt
mit Menschen und Computer
die Stimmungslage von
Twitterbeiträgen zurzeit
als Michael Jackson
verstarb analysierte.
Eine einfache
Basis-Emotion wie Trauer
brachte bei 6
Bewertern eine
Übereinstimmung von 68%.
Mit dem Maschinen-Ansatz
konnten 75% der Emotion
Trauer richtig zugeordnet
werden, was schon als
ziemlich gut
einzuschätzen ist. Die
Standford-Uni forscht mit
Twitter Sentiments an
einem künstlichen
Intelligenz Ansatz,
bei der man die
automatische
Zuordnungsgüte zudem
durch freiwillige
Bewerter validieren kann.
Eine Besondere
Herausforderung für
computergestützte
Auswertungen sind zudem
das deuten von Ironie,
was sich erst aus dem
Verstehen eines ganzen
Satzes ergibt. Aber die Frage
ist nicht, was perfekt
ist, sondern, was gut
genug ist, um Trends
aufzuzeigen und
auf Besonderheiten
hinzuweisen, die bei Unternehmensentscheidungen
weiterhelfen.
Die Anzahl
an Followern oder
Abonnenten zu
messen ist nicht schwer.
Schwer ist es, zu messen,
wie viele sich
davon engagieren.
Engagement kann z.B.
bedeuten, dass man zu
einen Blog-Post einen
Kommentar abgibt. Je mehr
Kommentare, desto
interessanter das Thema
(nach Avinash Kaushik).
Die Herkunft eines
Besuchers über einen Twitterlink,
kann man dadurch messen,
dass man einen individuellen
Parameter dranhängt
(Dann auch im Web Analyse
Tool erkennbar). Auch
kann man Dienste
wie bit.ly nutzen,
die den Link zur Website
verkürzen und dabei mit
einer Weiterleitung
arbeiten und jeden Aufruf
messen. Gut ist auch die
Kombination aus beidem.
Kommt ein Besucher auf
die Website, dann kann
man das tiefere
Engagement messen (Anzahl
an Seitenaufrufe, Kauf).
Nach Erhalt der Ware kann
die Person dann auch
wieder sehr glücklich
sein und sich so sehr
engagieren, dass das
Produkt weiterempfohlen
wird.
Kapitel
6 Die Botschaft
verstehen: Der
Konversation zuhören
Social
Media sollte man weniger
als ein Tool sehen mit
der man seine Botschaften
unters Volk bringt und
zählt wie viele
zuhören, sondern man
sollte ein Bewusstsein
dafür entwickeln,
dass Social Media mehr
ist. Es ist die Möglichkeit
gut zuzuhören, was die
Interessen der
Zielgruppen sind
und mit Ihnen in
Konversation zu treten. Wonach
wird gesucht? Worüber
geredet? Was wird
empfohlen? Worüber
beschwert man sich? Was
liegt der Zielgruppe am
Herzen?
Eine
Konversation kann man
nicht kontrollieren, aber
beeinflussen. Und man
braucht auch keine Angst
vor negativen Meinungen
zu haben, denn Studien
zeigen, dass die Glaubwürdigkeit
bei einigen negativen
Reviews steigt gegenüber
einer 100%igen
FriedeFreudeEierkuchen
Geschichte. Ein Weg des
Zuhörens kann auch auf
der eigenen Website durch
aktiven Aufruf
zur Teilnahme an
Meinungsäußerungen
stattfinden. Auch kann
Twitter dazu genutzt
werden, den direkten
Supportdraht zum Kunden
zu haben
(Kundendienst), wo auch
gleich tausende mitlernen
können (z.B.
omniturecare auf twitter
supportet zum Produkt).
Nach
Aussagen des Social Media
Forschers Marshall
Sponder dauert es wohl 6
bis 12 Monate für die
Planung der Maßnahmen
und Datensammlung, bevor
man weiß, ob man ein
Glückstreffer erzielt
und ein langfristig
wirksames
Marketing-Programm
aufgesetzt hat.
Nach dieser Aussage
stellt Jim Sterne kurz
die Key Performance
Indicators von Eric T.
Peterson vor. Dann Social
Interaction Metrics wie
z.B. Bookmarks,
Kommentare, Feedbacks,
Favoriten. Social Media
Tools tragen auch den
Namen Listening-Platforms
und die Forrester Wave Q1
2009 nahm acht führende
Plattformen genauer unter
die Lupe. Die
größte Herausforderung
wird die Stimmungsanalyse
sein (zu viele neutrale
Zuordnungen), die
Integration von anderen
Metriken / Daten (Web
Analytics,
Marktforschung,
Wettbewerbsanalysen),
sowie Menschen, die sich
mit dem Tool auskennen
und dies Aufsetzen und
nutzen können.
Unternehmensziele
erreicht man durch Social
Media z.B. dadurch, dass
schneller positive über
einen geredet wird
(Imagesteigerung) oder
Supportkosten sinken oder
einfach mehr gekauft
wird. Die Firma Lithium
Technologies hat bietet
Kommunikationsplattformen
an und dazu die
Definition und Messung
des Gesundheitszustandes
mit dem
Community-Health-Index:
Wachsende
Mitgliederzahlen
(Growth), gute Inhalte
(Usefulness), Häufige
und intensive Besuche
(Popularity, Liveliness),
schnell Antworten auf
Fragen bekommen
(Responsiveness), eine
hohe Interaktion zwischen
den Teilnehmern der
Community
(Interaktivity). Am Ende
des werden noch 2
Fallstudien vorgestellt
und eine Kurzanleitung:
Man hat Ziele >>
kann messen, wie man sein
Publikum erreicht
>> kann den
Einfluss identifizieren
und messen >> kann
Stimmungen erkennen und
messen >> kann
aufnehmen und messen, was
man hört >> kann
Reaktionen auf
Unternehmensergebnisse
messen.
Kapitel
8 Unterstützung
bekommen: Ihre Kollegen
überzeugen
Menschen
mögen es nicht, gemessen
zu werden. Die
eigene Arbeit in einer
Excel-Graphik zu sehen
hat den Anklang eines
Ich vertraue Deiner
Arbeit nicht.
Hauptproblem ist aber,
dass man so sehr von
seiner eigenen Arbeit
überzeugt ist, dass
selbst ein Diagramm nicht
überzeugen kann, dass
man auf dem falschen Weg
ist. Die größte
Herausforderung eines
Analysten ist die, andere
zu überzeugen. Zu
überzeugen, dass z.B.
die Produkte in die
jemand sich reingekniet
hat, kein
Geschäftserfolg bringen.
Man unterhält sich mit
verschiedenen Leuten: Der
Eine möchte alles auf
strategischer Ebene
besprechen, der Andere
braucht Fakten auf
Detail-Ebene. Es werden 5
Typen vorgestellt:
Unternehmensoberklasse,
Bereichsmanager,
Unternehmensorientierte
Abteilungsleiter,
Technisch orientierte
Abteilungsleiter und
Technische Manager.
Wichtig ist, dass man
nicht über dies und das
redet, sondern, dass man beweist,
dass etwas funktioniert.
Für das
entgegengebrachte
Vertrauen muss man dem
Mitarbeiter das geben,
was ihm persönlich im
Job weiterhilft. Also
genau zuhören und durch
die Analysetätigkeit
klare, einfache und
relevante Zahlen geben,
die nicht Extraaufwand
bedeuten, sondern eine
Hilfe sind. Und zu guter
letzt braucht man einen
Plan, eine Landkarte, ein
Weg den man andeutet,
wohin die Reise gehen
soll.
Kapitel
9 Wie es
weitergeht: Ein Blick in
die Zukunft
Zum
Schluss zeigt Jim Sterne
noch ein paar Visionen
auf, die alles in paar
Jahren aussehen kann. Die
Google-Suchergebnisse
werden mit durch das
gemessene Surfverhalten
von Freunden bestimmt
(Google Social Search).
Oder es ist die Rede von
einem Unternehmen, das
anhand des
Scrollverhaltens
automatisch erkennen
kann, ob es sich um ein
Mann oder eine Frau
handelt und wie alt die
Person ist. Auch geht es
um die Mischung aus allen
möglichen Datentöpfen
(Webverhalten,
Kundenzufriedenheit,
Geschäftsergebnisse,
Wettbewerb, soziale
Interaktion, Finanzen,
Demographie,
Psychographie,
Technographie), die alle
in einem Trichter
geschüttelt und
korreliert werden, um der
richtigen Person zur
richtigen Zeit am
richtigen Ort die
richtige Message zu
senden.
Exkurs & Zukunftsblick: Und was sagt Avinash Kaushik zu Social Media?