| 1.
Fachkräfte gesucht... Web
Analytics ist in
Deutschland eine recht junger
Bereich. Das
zeigt sich darin, dass
erst ab 2008 deutsche
Bücher zu diesem Thema
auf den Markt kamen
(Frank Reese, Marco
Hassler). Und auch das
Jahr 2008 war es, indem
Ralf Haberich (Nedstat)
die Rolle der
Deutschlandvertretung der
Web Analytics Association
übernahm und dann 2009
den Web Analytics
Association Afternoon
(WAALA) ins Leben rief,
um Praktiker an einen
Tisch zu holen.
Von
einer gezielten
Berufsausbildung /
Berufsbezeichnung
ist in Deutschland noch
nichts zu finden.
Klar ist, dass Web
Analysten oder auch
Webanalytics-Experten
händeringend gesucht
werden.

Folge
des Fachkräftemangels
ist, dass ein Web
Analytics Tool eher zur
statistischen
Auswertung als zur
strategischen
Analyse und Optimierung genutzt
wird.
Avinash
Kaushik spricht
von der 10/90 Regel: 10%
Tool und 90%
Menschenhirn sind nötig,
um Web Analytics
ordendlich zu betreiben.
 
Die
Selbst-Ausbildung
Ein Web
Analytics Tool ist meist
bei der IT
(Implementierung) oder
beim Marketing
(Onlinemarketing,
Suchmaschinenoptimierung)
angesiedelt. Mitarbeiter
dieser Abteilungen
müssen sich das Wissen
selbst aneignen.
Zwar gibt es auch
Schulungen von Web
Analytics Anbietern zu
ihrem Tool, aber nichts
übergreifendes,
Tool-Unspezifisches. Auf Fachveranstaltungen
(emetrics, web analytics
fachforum) und Blogs erfährt
man die aktuellen Trends
der Branche. Web
Analytics Fachbücher helfen
beim Aufbau von
Grundlagen.
...
so Ralf Haberich in
einem Artikel Übergreifendes
Wissen rund um die
Datenauswertung
vermittelt indes die
Münchner Dialog Akademie
(DDA) im Rahmen ihrer
berufsbegleitenden
Ausbildung zum Fachwirt
Onlinemarketing. Eher
auf die Weiterbildung von
Praktikern ausgelegt sind
hingegen die Base Camps
der Webanalytics
Association (WAA), der
internationale Verband
der Zahlenjongleure im
Netz. Die
Halbtagesseminare finden
meist im Umfeld der
Branchentreffen Emetrics
statt, die die WAA in
Europa regelmäßig
organisiert.
2.
Was verdient ein
Web-Analyst ?
Was ein
Web Analyst verdient ist
eine spannende Frage.
Eine klare Aussage gibt
es für Deutschland nicht
und so muss man
sich mit amerikanischen
Studien weiterbehelfen.
Amerika ist im Thema Web
Analytics sowieso immer
ein paar Jahre voraus,
deshalb kann man auch
gern einmal ältere
Studien zu Rate ziehen.

So hat Anil
Batra im Jahre
2007 insgesamt 102 Web
Analysten nach Ihrer
Position und dem Gehalt
befragt. Neuere
Informationen gibt es bei
IQ Workforce,
einem amerikanischen
Unternehmen, das sich
seit einigen Jahren
darauf spezialisiert hat,
Web Analysten Jobs zu
vermitteln. Wer soll es
also besser wissen als Corry
Prohens, der
Kopf hinter IQ Workforce?
Und das besonders
beruhigende dabei ist:
Anil Batra und Corry
Prohens kommen auf ähnliche
Gehaltsstufen,
so, dass ich die folgende
in Euro übersetzte
Tabelle für tragfähig
halte:
- (Junior)
Web Analyst (1 bis 2
Jahre) >> 37.000
bis 43.000
- Senior
Web Analyst (3 bis 5
Jahre) >> 53.000
bis 62.000
- Manager
(3 bis 5+ Jahre) >>
66.000 bis 85.000
- Director
(5+ Jahre) >>
90.000+
3.
Der "ideale Web
Analyst"

Der
ideale Web
Analyst aus
Unternehmenssicht
Schaut man sich die
große Gemeinsamkeiten in
Job-Anzeigen an, dann
tauchen immer wieder
folgende
Schlüsselqualifikationen
auf:
Business-Brille
aufsetzen können
Analytische
Fähigkeiten
Umgang mit großen
Datenmengen (Excel,
Access, SQL)
Berufserfahrung
im Web Controlling
Online
Marketing
Kenntnisse
Internet-Tools
kennen (Omniture...)
Der
ideale Web
Analyst aus Sicht
von Timo Aden und Patrick
Ludolph
In Folge 5 von mole2.de
diskutieren Timo Aden und
Patrick Ludolph über die
Fähigkeiten, die der
ideale Web
Analyst
mitbringen sollte. Ebenso
gibt Timo Aden in seinem
Buch Google
Analytics eine
Zusammenstellung (S.
316/317).
Was
muss man tun, wenn man im
Web Analytics Umfeld
tätig sein will?
Universalist,
der alles kann, alles ein
bisschen.... nichts
anderes als ein gut
ausgestattetes Schweizer
Taschenmesser.
Analytische
Fähigkeiten:
Grundsätzliches
Interesse und Neugier.
Wenn man nicht ständig
neue Fragen stellt:
Warum ist das
so?...Und
wenn das jetzt so ist,
warum ist das denn dann
so?, Theorien
aufstellen, Hypothesen
aufstellen und dann
darauf basierend
irgendwelche Ableitungen
zu treffen.
Business-Brille
aufsetzen können:
Businessabläufe
verstehen. Die Ziele der
Webseite kennen, d.h. wo
wird da eigentlich Wert
drauf gelegt?
Kommunikative
Fähigkeiten:
Mit unterschiedlichen
Abteilungen reden
können. Fragen zu
stellen und die anderen
verstehen.
Verbesserungsvorschläge,
die man hat mit
Überzeugung
rüberbringen, verkaufen
können.
Verständnis:
Sich in andere
Abteilungen
hineinversetzen können,
es aus ihrer Sicht sehen.
IT-Kenntnisse:
HTML + Java: Technisches
Grundverständnis und
Interesse aber nicht
Programmieren
Onlineaffinität:
Trends mitbekommen und
verstehen. So beleuchten
können, um eine Aussage
zu treffen, ob der Trend
eine Auswirkung auf die
eigene Webseite bzw. den
Analysen haben wird (z.B.
Social Media).
Marketing
Wissen: Wissen,
wie Kampagnen laufen.
Viel funktioniert
Affiliate-Marketing, wie
kann ich das messen? Was
passiert da genau? Wie
funktioniert
Display-Werbung?
Für
ein Zertifikat
der Web Analytics
Association muss man
drei Dinge drauf haben: Web
Analytics for Site
Optimization, Measuring
Marketing Campaigns
online und Creating
and Managing the
Analytical Business
Culture. In
diesen Anforderungen
spiegeln sich die oben
genannten Qualifikationen
wieder.
Der
ideale Web
Analyst aus Sicht
von Avinash Kaushik
Avinash Kaushik hat
ebenfalls eine Sicht, des
idealen Web Analysten und
beschreibt dies auf S. 85
bis S. 92 in seinem Buch
Web
Analytics An hour
a day.
... hat mehr
als ein Web Analytics Tool
intensiv genutzt
... informiert
sich laufend in der Yahoo! web
analytics group und in top
blogs
... besucht
die Webseite vor
dem Analysieren und surft
zum Kennenlernen drauf
rum
... hat den Der
Kunde im Zentrum-
Blick
... hat ein technisches
Verständnis,
wie Daten durch Web
Analytics erfasst werden
... kennt sich mit
quantitativen
(the What?) und
qualitativen (the
Why?) Analysen aus
... ist ein begeisterter
Forscher
... kann effektiv
kommunizieren
... hat Köpfchen
und kann das Komplexe
einfach wiedergeben
... zeigt Eigeninitiative
... hat ein dickes
Fell
Wenn man 6 von diesen
Kriterien erfüllt ist
man ein guter Web
Analyst. Wer 9 erfüllt,
ein sehr guter. Wer alle
erfüllt, so Avinash
Kaushik, ist ein lila
Eichhörnchen und kann
jedes Gehalt der Welt bei
jedem Unternehmen der
Welt verlangen.
Der
Vergleich und ein
Vorschlag für
Ergänzungen ...
Vergleich man nun den
idealen Web Analysten aus
Unternehmenssicht mit dem
Idealen aus Sicht von
Timo Aden und Patrick
Ludolph und dem von
Avinash Kaushik, dann
ergibt sich folgendes
Bild für Deutschland:
Alles wie von Timo Aden
und Patrick Ludolph
beschrieben, ergänzt
um die Tool-Erfahrung und
die qualitative
Kunden-Insights-Brille
von Avinash Kaushik:
- Erfahrung
in mehreren Tools: was
praktisch schwer zu
erreichen ist, da man nur
zu Google Analytics
freien Zugang hat und
andere nur im Rahmen
einer praktischen
Tätigkeit in einem
Unternehmen kennenlernen
kann.
- besucht
die Webseite vor dem
Analysieren und surft zum
Kennenlernen drauf rum
- hat neben
der Business-Brille auch
die
Kunden-Brille
auf
- kennt sich
auch mit qualitativen
Analysen aus (the Why?)
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